Clarke's kleiner Weinführer 2004
 
 
 
NLP  

Sensorik

  
Fachausdruck für die „Wissenschaft“ vom Geschmack.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Sinne einsetzen, um Wein fachmännisch zu verkosten.
Belohnung: Mehr Genuss

Sie brauchen einen Korkenzieher und Ihre Sinne, „Sehen, riechen, schmecken.“ so läßt sich
jeder Wein vom einfachen Tafelwein bis zur teuren Beerenauslese probieren.

Sehen:
Klarheit und Farbe

Halten Sie Ihr Weinglas (höchstens 1/3 gefüllt) gegen das Licht. Fassen Sie Ihr Glas am Stil,
so behält der Wein die gewünschte Temperatur und die Hand kann den Einfall des Lichtes
nicht behindern. Weißwein und Rosé sollen absolut klar sein, dunkle Rotweine lassen die Klarheit oft nicht genau erkennen. Bei älteren Weinen ist eine ist eine leichte Trübung oder Bodensatz im Glas kein Anzeichen von schlechter Qualität.
Die Farbe verrät viel über den Charakter des Weines.
Junge Weißweine sind sehr hell und haben einen zart gelben oder hellgrünen Schimmer.
Ältere Weißweine ändern ihre Farbe über Gold bis leicht bräunlichem Honig- oder
Bernsteinton.
Junge Rotweine sind rubinrot bis purpur und haben oft bläuliche oder violette Nuancen.
Ältere Rotweine verändern ihre Farbe in Richtung kaminrot, orange und braun.

Riechen:
Nase und Bukett

Viele Aromen, die wir mit der Zunge zu erschmecken glauben, werden in der Wahrheit von
der Nase wahrgenommen. Lassen Sie den Kelch vorsichtig kreisen, um möglichst großen
Kontakt mit der Luft zu haben. Die Aromen setzen sich frei und entfalten sich im Kelch des
Glases. Jetzt können Sie den Duft erschnuppern. Es gibt fruchtige, blumige oder würzige
Nuancen. Der Fachmann spricht dabei von der Nase oder Bukett. Häufige Aromen: Apfel, Pfirsich, Lavendel, Veilchen, Zitrus- oder rote Waldfrüchte, aber auch: Vanille, Rosinen oder
Paprika.

Schmecken:
Aromen und Abgang

Nehmen Sie einen kleinen Schluck und behalten ihn auf der Zunge. Öffnen Sie ganz leicht
den Mund und schlürfen mit dem nächsten Atemzug ein wenig Luft über den Wein. Die
eingesaugte Luft ist unerläßlich, damit der Wein sich „öffnen“ und seine ganze Aromenpalette
entfalten kann. Diese Aromen gelangen mit dem Luftstrom über den Gaumen zurück in die
Nase, was den Geschmackseindruck verstärkt. Je länger der Wein im Mund bleibt oder ihn
nachverkostet, desto intensiver und facettenreicher wird das Geschmackserlebnis. Je besser
der Wein, desto interessanter und anhaltender ist der Geschmackseindruck nach dem
Hinunterschlucken (=Abgang).
Verkosten Sie nur ein oder zwei Weine, ist das Schlucken erlaubt. Beim Essen natürlich auch.
Bei einer umfangreichen Probe mit zehn oder zwölf Weinen sollten Sie nach dem Verkosten
in ein geeignetes Gefäß ausspucken, wenn Sie konzentriert vergleichen und beurteilen wollen.

Probenreihenfolge und –aufbau:
Als Faustregel bei gemischten Proben gilt: jung vor alt, trocken vor süß, weiß vor rot!
Beispiel:
1. Leichte trockene Weißweine (trockene Kabinettweine, Pinot Grigio) und trockene Rosé
2. Ältere, süßere Weißweine (Spätlese, Chablis)
3. Leichte Rotweine (Portugieser, Spätburgunder)
4. Schwere Rotweine (Bordeaux, Barolo, Rioja)
5. Edelsüße Spezialitäten (süße Auslesen, Beerenauslesen, Strohweine , Sauternes)

Woran erkennt man einen guten Wein?
- Klarheit, ansprechende Farbe
- keine unangenehmen oder abstoßenden Gerüche
- harmonisches Zusammenwirken von Säure, Süße, Aromen und (bei Rotweinen) Gerbstoff
- vielfältiger, nuancenreicher Geschmackseindruck, der auch nach dem Schlucken lange auf
der Zunge bleibt
- man freut sich auf den nächsten Schluck

Wie kalt wird serviert?
- Junge, leichte Weißweine und Sekte: 8-10 °C
- Ältere oder alkoholreichere Weißweine und Rosé: ca. 12 °C
- Leichte Rotweine ca. 15 °C
- Schwere, große Rotweine: max. 18 °C (2-3 Stunden vor der Verkostung öffnen, so kann
der Wein atmen und sein volles Aroma entfalten)

Weiteres Probenzubehör
- Brot und Wasser(zum Neutralisieren des Geschmacks zwischen den Proben)
- Ausguss- und Spuckgefäße
- Stifte und Papier (für Ihre Notizen)
 


 
 
trockene Rotweine
milde/liebliche Rotweine
Weißwein
Rosé
Trocken
Halbtrocken
Lieblich
 
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