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| Weinführer |
| Clarke's kleiner Weinführer 2004 |  |
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Was sind eigentlich Sulfite? |
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| | | | | Warum steht neuerdings auf den Etiketten "Enthält Sulfite" und was ist das?
Durch eine Änderung der EU-Lebensmitelkennzeichnungsrichtlinie müssen ab dem 25. November 2005 erstmals auch bei alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent alle potenziellen Allergieauslöser auf dem Etikett deklariert werden. Somit muss in Zukunft auf dem Wein- und Sektetikett die Angabe "Enthält Sulfite" oder die Alternative "Enthält Schwefeldioxid" angegeben sein, obwohl Schwefel seit dem griechischen Altertum bei der Weinbereitung verwendet wird. Das Schwefeln (SO2, Schwefeldioxid, Schweflige Säure, Sulfite) ist eine antimikrobielle und antioxidative Maßnahme, um den Wein vor schädlichen Bakterien und Schimmelpilzen zu schützen und negative farbliche (Braunwerden) und geschmackliche (Firnegeschmack, Oxidation) Veränderungen durch Lufteinfluss zu verhindern. Außer den unerwünschten Gärungsnebenprodukten bindet Schwefel die Polyhenole, welche dazu beitragen, das Krebsrisiko zu vermindern.
Sind Sulfite gesundheitsschädlich?
Beim Verbraucher wird Schwefeldioxid als Verursacher von Kopfschmerzen angeführt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind eher Histamine und der direkte Alkoholeinfluss für Kopfschmerzen verantwortlich. Ausnahmen sind empfindliche Personen, die als "Sulfatallergiker" bereits auf kleinste Schwefelmengen negativ reagieren. Beim Weintrinken wird das Schwefeldioxid über den Magen aufgenommen und im Körper problemlos von bestimmten Enzymen abgebaut. Durch die Nahrungsaufnahme und mit der Atemluft werden täglich etwa 2500 Gramm Schwefeldioxid als Stoffwechselprodukt im Körper (endogen) gebildet. Die endogene Schwefelmenge ist damit erheblich größer als die durch den Wein zugeführte. Das Schwefeldioxid oxidiert zu Sulfat und wird ausgeschieden.
Wo gibt es Wein ohne Sulfite (z.B. bei Allergien)?
Schwefelfreie Weine gibt es nicht! Bereits während der Gärung wird durch Stoffwechselvorgänge in der Hefe Schwefel (Sulfit) produziert. Schwefel findet weiterhin in einer Vielzahl von Lebensmitteln (Trockenfrüchte, Fruchtsäfte, Marmelade etc.) als Konservierungsmittel oder Antioxidationsmittel seinen Einsatz. Seine Verwendung ist auch hier bei einem Gehalt ab 10 mg/kg anzugeben. In der Praxis wird heute ohnehin nicht mehr als die technisch nötige Menge angewandt, und die meisten Weine sind weit von der Höchstgrnze an SO2 entfernt, d.h. der tägliche Weintrinker konsumiert Schwefeldioxid nur in Kleinstmengen. | |
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